Kampf der eBook-Piraterie – jetzt auch mit Pseudonym

Die Affäre um das Piratenportal ‚lul.to‘ ist kein Einzelfall. ‚lul.to‘ wurde im Juni 2017 erst polizeilich vom Netz genommen. Doch auf zahlreichen Portalen werden eBooks weiterhin illegal online gestellt und von ungezählten Lesern konsumiert – und die Autorinnen und Autoren gehen jedesmal leer aus. Doch jetzt gibt es ein Instrument dagegen, das getreu den geflügelten Worten ‚Wehret den Anfängen‘ die eBook-Piraterie bereits vorbeugend verhindert. Und das geht jetzt auch für Autor(inn)en, die unter Pseudonym schreiben.

Die Frage ist eigentlich: Wo liegt die Wurzel für eBook-Piraterie?

Selfpublisher kommen gar nicht drumherum, noch unveröffentlichte eBooks an Feedback-Geber, Blogger, Influencer und Multiplikatoren zu streuen. Dasselbe gilt übrigens zunehmend auch für Verlage. Gute eBooks aber schreien förmlich danach, weitergegeben zu werden.

eBook-Piraterie ist kein Kavaliersdelikt

eBook-Piraterie ist kein Kavaliersdelikt

Oft geschieht das ohne böse Absicht und Bewusstsein nach dem Motto: „Ach, meinem besten Kumpel oder meiner besten Freundin kann ich das ja wohl mal geben.“ Mit dem augenzwinkernden Hinweis: „Halt nicht weiterreichen, bitte!“

Die so Beschenkten aber denken genauso, und schon ist das Testleser-eBook nochmals weitergegeben, und das Problem multipliziert sich. Wer es aus zweiter oder dritter Hand erhalten hat, hat schon gar keinen direkten Kontakt mehr zum Autor und ihm ja auch nichts versprochen. Und schnell landet es irgendwo auf einer Website, wo jeder das eBook downloaden kann. Zum Ärger des Autors. Denn der Autor hat nichts davon. Er ist um den Lohn seiner Arbeit betrogen!

eBook-Piraterie beginnt also dort, wo ein Testleser eigentlich voller Bewunderung für das tolle Werk jemandem eine Freude machen will und – ohne es zu ahnen – eine Lawine lostritt.
Wie schlimm ist eBook-Piraterie?

Ein paar Fakten, die schnell klar machen, warum das Problem nicht unterschätzt werden darf. Der Digimarc-Studie 2017 nach sind besonders unveröffentlichte eBooks (zum Beispiel Testexemplare für Leser-Feedback) in Gefahr. So gaben 38% der befragten Piraten an, dass sie eBooks illegal beziehen, weil sie “nicht in den Shops verfügbar sind” (“e-Book/s are not available from online retailers“).

Weiterhin gaben 60% der befragten Piraten an, die Inhalte von Freunden zu erhalten. Das beschert dem US-Markt jährlich Einbußen von 315 Millionen US-Dollar (s. Artikel von Martin Siegmann bei heise). Zeit zu handeln!
Laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen bekamen die 5 meistbesuchten illegalen eBook-Portale im Jahr 2016 fast 22 Millionen Zugriffe aus dem deutschsprachigen Raum; dort war ca. eine halbe Million unlizenzierter eBooks erhältlich (laut Bericht auf boersenblatt.net).

Wie kann das Problem gelöst werden?

Damit dem eBook draußen in der Welt nichts passiert, braucht es eine technisch ausgereifte Lösung. Denn man kommt als erfolgreicher Self-Publisher oder Verlag nicht mehr darum herum, sein eBook schon vor dem Erstverkaufstag an viele Menschen zu schicken. Um diese eBooks zu schützen, gibt es eBookWaterMark, kurz ebwm. Das System kann als ausgereift und praxiserprobt gelten, denn in abgewandelter Form wird es sehr erfolgreich in der Musikindustrie weltweit eingesetzt, mit über 6 Millionen Versänden in 2016.

Die Plattform ist von Gunnar Siewert und Alex Racic entwickelt worden. „eBookWatermark ist aus unserer über zehnjährigen Expertise im Bereich ‘watermarked music promotion’ entstanden“, sagt Gunnar Siewert. „Unser Musik-Service ist inzwischen für weltweit alle großen Musiklabels wie Sony, Universal, PIAS etc. tätig. 2017 starten wir jetzt für eBooks.“

Auf den Punkt gebracht – auch mit Pseudonym

eBookWatermark beugt der eBook-Piraterie vor. eBookWaterMark hilft Selfpublishern, ihre Promotion-eBooks mit einem Wasserzeichen gegen illegale Verbreitung/Piraterie zu schützen. Und das geht auch mit Pseudonym, obwohl der Autor seinen Account mit seinem Klarnamen angelegt hat, was ja zum Beipiel für die Rechnungslegung wichtig ist.Das bedeutet: Die Testleser bekomme auf Wunsch den richtigen Namen des Autors gar nicht mitgeteilt.

Trotzdem bleibt jedes eBook, das an Testleser, Rezensenten, Gewinnspielteilnehmer verschickt wir, personalisiert und damit zurückverfolgbar. Wenn jemand sein Exemplar, das er zur Verfügung gestellt bekommt, illegal verbreitet, kann er eindeutig identifiziert werden. Dazu reicht schon eine einzige Seite aus einem illegal verbreiteten eBook aus. Das Wasserzeichen steckt so tief im Code verborgen, dass man es unmöglich löschen kann.

Das Portal eBookWaterMark

Das Portal eBookWaterMark

Alleine dadurch, dass die Empfänger das wissen, sind Verstöße sehr unwahrscheinlich; und wenn sie doch vorkommen, ist es leicht, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Gleichzeitig schränkt ein Wasserzeichen den Leser in keiner Weise ein, wie das etwa bei hartem DRM (Digital Rights Management) der Fall ist.
Was ist das Ziel von ebwm?

„Das Ziel in einem Satz“, so Siewert: „Wasserzeichengeschützte eBook-Promotion einfach und kostengünstig anbieten und damit vor allem im Vorfeld einer Veröffentlichung Leaks vermeiden.“

Dies ist bei eBooks besonders wichtig, weil die ersten Lese- und Rezensionsexemplare sehr weit vor dem eigentlichen Erscheinungsdatum verschickt werden müssen. Die Erfahrung aus der Musik zeige, so Siewert, dass die präventive Nutzung eines Wasserzeichens die Leaks fast gänzlich gegen Null gehen lasse.

Schränkt ebwm die Leser ein?

Der Anbieter verspricht, dass die Leser und Medienpartner leicht und ohne technische Hürden auf das eBook zugreifen können. Es gibt keine Registrierung, die eBooks können einfach per Link aus einer Mail heruntergeladen werden. Eine eBook-Promotion wird also ohne die Einschränkungen von DRM, aber mit der Sicherheit eines digitalen Wasserzeichens möglich.

Direktes Feedback der Testleser

Als Leser kann man aus dem eBook heraus ein direktes Feedback an den Autor schicken. Eine tolle Option für den Leser und eine ebenfalls tolle Funktion für den Autor, der dadurch ein spontanes Feedback und eine unmittelbare Einschätzung durch seinen Testleser erhält.

So bequem wie möglich

Der Anspruch des Anbieters ist es, den bequemst möglichen Versand von Freiexemplaren bereitzustellen. Außerdem werden Autoren und Verlagen, die über ebwm verschicken, sinnvolle und hilfreiche Statistiken zu ihren Mailings zur Verfügung gestellt.

Ganz nebenbei: Urheberschaftsschutz

Viele Autoren fürchten begründet um den Nachweis ihres Copyrights, wenn sie ihr Manuskript streuen. Durch einen Upload bei ebwm kann im Streitfall jederzeit bewiesen werden, wer das Manuskript zu diesem Zeitpunkt hatte. Damit ist ein Upload bei ebwm ein klares Indiz für die Urheberschaft.

Jeder Autor und jede Autorin kann das Portal 30 Tage kostenlos testen. Mehr unter https://www.ebookwm.de/

Testaccount für Blogger und Journalisten

Die Plattform eBookWaterMark stellt Bloggern und anderen Journalisten das System ebenfalls gerne für eine begrenzte Zeit kostenlos zum ausführlichen Test zur Verfügung. Dazu genügt eine Mail an: ebwm@ebookwatermark.com
ebwm findet sich unter https://www.ebookwm.de/

1 thought on “Kampf der eBook-Piraterie – jetzt auch mit Pseudonym

  • Der Zusammenhang, dass sich 38% der befragen E-Book Nutzer, die sich gegen die Shops und für die Piraterie entscheiden, liegt im Wesentlichen darin, dass die verschiedenen Shops, oder auch Online Bibliotheken, eben nicht ALLE gewünschten E-Book Titel vorhalten. In vielen E-Book Shops und „Onleihen“ wird häufig nur eine mehr oder weniger umfangreiche Auswahl der E-Book Titel angeboten. Ältere Titel werden vielleicht sogar erst jetzt von den Verlagen digitalisiert, wobei es jedoch vielleicht schon vorher eingescannte und illegale E-Book Dateien in den einschlägigen Downloadportalen gibt.

    Die genannten Ergebnisse der Digimarc Studie zeigen keinen Zusammenhang zwischen der Nichtverfügbarkeit der E-Book Titel in den Shops und der Nachfrage oder den direkten Bezug von unveröffentlichten E-Books.

    Weiter wird angegeben, dass „60% der befragten Piraten an[gaben], die Inhalte von Freunden zu erhalten.“ Es wird jedoch in der Studie nicht aufgeklärt, woher diese Freunde diese E-Book Dateien ursprünglich bezogen haben. Anzunehmen, dass diese Freunde überwiegend unveröffentlichte E-Book
    Titel weitergeben, ergibt sich aus dieser Studie ebenfalls nicht.

    Es wird in dem Artikel davon gesprochen, dass ein E-Book mit dem eBookWaterMark vor der Piraterie geschützt wird. Da es sich um keinen „Kopierschutz“ handelt, ist diese Aussagen nach meiner Meinung irreführend. Ein Wasserzeichen ist nur ein passives Mittel zur Identifizierung eines Nutzers und kann eine Verbreitung nicht verhindern.

    Zuma es nach meiner Meinung nur wenig Sinn macht, die E-Books an Testleser mit offenbar kostenpflichtigen Wasserzeichen zu versehen, wenn nach unserer Erfahrung die überwiegende Anzahl der widerrechtlich verbreiteten E-Book Dateien erst ab dann in den Piraterieportalen eingestellt werden, wenn die Titel in einem bekannten großen Online-Shop verfügbar sind. Der überwiegende Teil der in den Piraterieportalen verfügbaren E-Book Dateien sind nach unserer Erfahrung gerade nicht Vorableseexemplare.

    Solange die meisten E-Book Piraten einen Onlineshop als Einkaufs- und Rückgabequelle der E-Book Dateien haben, sind solche kommerziellen Wasserzeichen an Testleser nach meiner Ansicht nach definitiv nicht geeignet, um die derzeit stattfindende E-Book Piraterie, wie im Artikel behauptet, „bereits vorbeugend“ zu verhindern.

    Die deutschsprachige E-Book Piraterie läuft leider nicht so ab, wie bei der internationalen Musik-Piraterie. Hier sind vollkommen andere Täter- und Verbreitungsstrukturen vorzufinden.

    Wie sieht es überhaupt mit der Rechtslage aus?
    Wer ist denn eigentlich rechtlich legitimiert, die Testdownloads in den Piraterieportalen auszuführen um nachzuschauen, ob überhaupt ein Wasserzeichen drin ist (vgl. § 53 UrhG)? Was ist, wenn dann ein solches Wasserzeichen von eBookWaterMark identifiziert wird?
    Wer darf dann den Gerichtsbeschluss bezahlen, um die personenbezogenen Daten desjenigen in Erfahrung zu bringen, an den dieses E-Book ausgeliefert wurde (Stichwort Datenschutzgrundverordnung)?

    Ist der Identifizierte dann auch automatisch derjenige, der das E-Book „illegal verbreitet“ und in den Piraterieportalen öffentlich zugänglich gemacht hat? Auf welcher rechtlichen Basis kann dann eigentlich gegen den Identifizierten vorgegangen werden, wenn überhaupt?

    Andreas Kaspar
    CounterFights Anti-Piracy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere